Unsere Barbarossahöhle begeht über den Jahreswechsel 2015 / 2016 gleich zwei Jubiläen. Sie wurde im Dezember 1865 zufällig beim Bergbau auf Kupferschiefer entdeckt. Kurz darauf, schon ab Januar 1866, wurde sie baulich nach und nach für die breite Öffentlichkeit als Schauhöhle erschlossen.

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Am 31. August 1860 hatte der Unternehmer VON BORN aus Dortmund damit begonnen, unterhalb der Ruine der Falkenburg, direkt an der alten Straße von Steinthaleben nach Frankenhausen einen Stollen vortreiben zu lassen. Die Grube sollte das Kupferschieferflöz aufschließen, das im Kyffhäuser schon mehrfach abgebaut worden war. Die Arbeiten standen unter der Leitung von Grubeninspektor KLETT aus Frankenhausen und Schichtmeister LEONHARDT aus Udersleben. Gemeinsam mit dem Steiger RÖDIGER aus Könitz (bei Saalfeld) waren drei Bergleute aus Steinthaleben unter Tage beschäftigt, die vorher auf dem Braunkohlenschacht bei Bendeleben gearbeitet hatten: NACHTWEIDE, SCHUMANN und  VOLLRODT. Sie sind als die eigentlichen Entdecker der Barbarossahöhle anzusehen. Als ihr Suchstollen nach über fünf Jahren eine Länge von 178 m hatte, tat sich plötzlich der Berg auf – sie fanden Hohlräume von beeindruckender Größe und Schönheit. In einem Schreiben vom 22. Dezember 1865 an das Hochfürstliche Bergamt zu Könitz wird berichtet, dass „am 20. des Monats [Dezember] ein großer hohler Raum – eine Schlotte – angefahren“  worden sei.



Dass dieser aber nicht, wie sonst üblich, mit taubem Gestein versetzt worden und dadurch der Nachwelt zugänglich geblieben ist, ist vor allem einem Mann zu verdanken: Friedrich Herthum, seines Zeichens Fürstlich Schwarzburgischer Bergmeister im zuständigen Bergamt zu Könitz. Er war es, der mit bewundernswerter Weitsicht sofort nach Bekanntwerden der Entdeckung von Amtswegen verfügt hatte, die Höhle in Ihrer natürlichen Eigenart zu erhalten. Im Einvernehmen mit dem Fürstlichen Finanzkollegium zu Rudolstadt (als der Regierung im heutigen Sinne) konnte er kurz darauf die Erlaubnis für einen öffentlichen Betrieb als Schauhöhle erwirken. Er hat auch im September 1866 den ersten Grubenriss der Barbarossahöhle angefertigt: 


Verbürgt ist, dass die Barbarossahöhle schon am Sonntag, den 7. Januar 1866 durch einen Arbeiterverein aus Frankenhausen besucht worden ist. Am 31. Januar 1866 erließ das Fürstlich Schwarzburgische Bergamt zu Könitz eine Verordnung, die das Betreten und mithin einen regulären Betrieb als Schauhöhle regelte. Der Eintritt wurde auf 5 Silbergroschen pro Person festgesetzt. Dafür erhielt man damals 15 Eier oder ein Stück Butter. Wenn man aber bedenkt, dass die Ausgaben für Lebensmittel seinerzeit den ganz überwiegenden Teil des Arbeitslohns ausmachten, war das ganz sicher kein Pappenstiel. Einen Besuch der Barbarossahöhle konnte sich wirklich nicht jeder leisten, letztlich musste ja auch noch die Fahrt mit der Eisenbahn bezahlt werden.

(Text nach Dipl. Museologe Michael K. Brust)

 

 
 

Kontakt

Barbarossahöhle im GeoPark Kyffhäuser
An den Mühlen 6, OT Rottleben
99707 Kyffhäuserland

Telefon: +49 (0)34671 5450
Fax: +49 (0)34671 54514
Mail: service@hoehle.de

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